Auch von Sturzwellen umtanzt…
Héctor A. Piccoli · Filiación
Auch von Sturzwellen umtanzt trage ich schaukelnd an der Säumnis, die sanft von innen her die Räum’ erstellt, und werde selbst von ihr getragen:
am Sich-erschließen zwar verhindertes, nach Offenem doch immer strebendes Daheim…
So verhält sich auch zu Lande die Glocke innig, die am Joch ist festgemacht: sie entfacht die Ferne bleich am Abend, wenn sie läutet, heimlich wimmelt es von Flügeln, wenn sie schweigt, gleich schlummert ein das ganze Tal: *
und sei das Joch noch so gebrechlich, es schwingt alles mit und wird ans Licht gebracht, denn dies Geläut gibt’s nur einmal…
Wie kommt’s denn also, daß des Strebens Ton und Stimme je verklingen mag? daß, was Einmaligkeit geprägt, dem schillernden Tropfen, der Wolkenkontur gleich geschaffen, weggeweht wird vom stummen Wind, in dem des Unterschieds ausgeheilte Wunden nicht mehr klaffen? Was üppig wächst oder sich schlicht aneinanderreiht, die öde Welle und des Sommers Pracht, des wird jedes Wesen inne, je nach seiner Art; das überlebt uns immer; doch weil es alles sich in des Wesens Schicksal fügt, läuft auch bei jedem Wesen auf endgültige Verinnerlichung hinaus:
Sollte das eine Schickung sein?: die eigene Ansiedlung in uns von vornherein Entfremdetem, bis an den Tag, wo ein jedes sich nur durchs andere ereignet und auf diese Weise endlich dem Ganzen übereignet wird?
Zwischen Leere und Fülle stehen wir indes auf dem Gesims, – Rührendes vor sich hinflüsternde Engel –, wie Neuankömmlinge, die, ihrer selbst noch nicht sicher, sich immer wieder umsehen und zögern und erzittern… *