Hintergrund für einen Baum am Steilufer ***
Héctor A. Piccoli · Filiación
Wo kein Engel tritt, noch Segel treibt, hoch und aufwärts, sammelt Versunkenes sich, in seidener Stille verwahrt, als zu sich selbst wogendem Blau. Dieses heißt Tiefe: auch in Hellem undurchsichtig sein, Sehnsucht hegen nach einem von jeher verlorenen Gewicht. Daraus tritt er wie ein Gestirn hervor, das durch Astwerk und Gezweig in immer dünnere Gestirne überginge, ein jedes zwar im eignen Rhythmus schwingend, alle sich jedoch vereinigend durch ein übers Blau wehendes Gefühl. Und das fließt aschig hin, verzweigt sich und ängstigt sich nicht vor seinem Ende, die Asche will in Trauben als Gold herunterhängen und sich auch ins Ganze wagen was ihr am Rande entsprießt: ein leichtes, schüchternes, den kommenden Frühling ahnendes Grün… Geruhsam aber die schwermütige Flut spült da unten an die Grenzen immerfort der Erde Farben; die trägt er, der Vermittler: indem er von Verwahrlostem nun langsam ins lichtere Gedächtnis sich verästelt, strebt etwas mit zum Blau empor und wird dort aufgeschlagen wie sonst ein Zelt auf Erden