Der Spiegel
Héctor A. Piccoli · Si no a enhestar el oro oído
I Von Waldsplittern umsäumt, wie ein Fleck von Leere unter den Dingen, steht vor dir der Entfremdung stillstes Wasser, seichtester Teich; ein allgegenwärtiger, doch neutraler, auf sich selbst ruhender Blick, gibt sich als Himmel vor und wird hinter dir zu einer bedrückenden, jedes Bildnis losgewordenen Verlassenheit. Dann faßt jemand allmählich Fuß auf blauem Boden II Im Zwischenraum der Vorder- und Rückseite, auf der Schneide der Unumkehrbarkeit, gestaltet sich schwankend das Geahnte und sieht dem Fremden ins Herz.
„Gewiß hab ich hier hinter dem hergesehen, der mich angesehen hat“ *
Ein altes, nur unter diesem Wasser zusammengehaltenes Kleinod ist ihm sichtbar geworden, wenn die Schnur, auf die innigste Perlen gezogen, plötzlich zerreißt. Da macht sich in Vergehendem strömende Ähnlichkeit über ihn her:
,Was du darin erkannt, das entbehrt deiner‘
Der Strom staut sich in kaltem Licht. III Ein gleichgültiger Hirt löst unentwegt seine Herde auf und treibt sie in die Tiefe ihrer eigenen Undurchsichtigkeit. Das zieht alles vor ihm hin und segelt an dem Reich, dessen Küste immer im Werden ist. In öder Welle erstarrt was sich von dir getrennt und das Selbstlose des Spiegelns silbern verschweigt. Alle Ferne ist nur der Seele verblühtes Scheinvorhandensein. Doch dieses zu allem Hingegeben-, dieses von allem Durchdrungensein:
sind es schon nicht, des dünnen Transits sauerste Erstlinge? *
Der Augenblick, wo Landschaft dein eigen und Figur nicht mehr dein eigen ist, wo jedes Ding seine Konturen endlich los wird, wenn es, weder drinnen noch draußen, sondern über sich selbst hinaus wächst
und gedeiht,
eine raumlose, von Einzelnem goldbestickte Spur in der Bezogenheit… Die Flamme neigt sich zum Leibe,
zur Asche der Wasserfläche hin